Trennung mit Kindern: Erste Schritte für ein friedliches Miteinander
- Annabel Böder

- 2. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Juni
Es ist vermutlich eine der schwersten Phasen Ihres Lebens. Die Entscheidung steht im Raum oder ist bereits getroffen: Sie und Ihr Partner gehen getrennte Wege. Und sofort schießt dieser eine, alles dominierende Gedanke in den Kopf: Trennung – was ist mit den Kindern?
Kennen Sie das? Gespräche mit Ihrem Partner drehen sich im Kreis und selbst über Kleinigkeiten, über die Sie sich früher schnell einigen konnten, entstehen plötzlich mittelgroße Beziehungskrisen. Die Kommunikation endet in gegenseitigen Vorwürfen, Rückzug und einer dauerhaft angespannten Stimmung.
Gerade bei einer Trennung mit Kindern wiegt diese Sprachlosigkeit schwer. Als Mediatorin und systemischer Coach in Hannover erlebe ich täglich, dass Konflikte meistens gar nicht mit den ganz großen Themen beginnen: sondern mit Missverständnissen, unausgesprochenen Erwartungen oder dem Gefühl, vom anderen einfach nicht mehr gehört zu werden.
Inhalt
Was die Wissenschaft sagt
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen hier ein klares Bild: Es ist in den seltensten Fällen die Trennung selbst, die Kindern langfristig schadet. Vielmehr ist es das dauerhaft hochkonflikthafte Klima zwischen den Eltern.
Longitudinale Studien (wie die des Deutschen Jugendinstituts / DJI) bestätigen immer wieder, dass Kinder aus getrennten Familien sich psychisch genauso gut entwickeln können wie Kinder in Kernfamilien – vorausgesetzt, die Eltern schaffen es, ihre Paarkonflikte von der Elternebene fernzuhalten.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie bei einer Trennung mit Kindern erste Schritte gehen, die Ihren Kindern Halt geben und Ihnen selbst wieder Luft zum Atmen verschaffen.
Erste Schritte bei einer Trennung mit Kindern: Was jetzt wirklich zählt
Wenn die Welt Kopf steht, brauchen Kinder vor allem eins: verlässliche Strukturen und das Gefühl, dass die Erwachsenen die Fäden trotz allem in der Hand behalten. Die ersten Schritte nach einer Trennung legen das Fundament dafür, wie gut Ihre Familie diese Krise übersteht:
Sicherheit signalisieren: Machen Sie Ihren Kindern deutlich, dass die Trennung eine Entscheidung zwischen den Erwachsenen ist. Sie bleiben die Eltern – bedingungslos.
Kein Rosenkrieg auf dem Rücken der Kinder: Vermeiden Sie es, den anderen Elternteil vor den Kindern schlechtzureden. Kinder geraten sonst sofort in eine Zerreißprobe.
Den Alltag stabil halten: Ob Schule, Hobbys oder Freunde – so viel Normalität wie möglich sollte in der ersten Zeit erhalten bleiben.
Eigene Emotionen sortieren: Suchen Sie sich für Ihren eigenen verletzten Gefühle, Ihre Trauer oder Ihre Wut erwachsene Ansprechpartner. Kinder sind überfordert, wenn sie plötzlich zum emotionalen Stützkorsett der Eltern werden.
"Ich bin sehr zufrieden. Frau Böder ist total kompetent und freundlich. Wir haben uns sehr wohl bei ihr gefühlt und sie hat uns sehr weitergeholfen und neue Sichtweisen eingebracht, die wir beide vorher noch nicht hatten. Mit der Hilfe von Frau Böder geht es jetzt beiden Parteien viel besser und der Konflikt ist gelöst. Großes Lob! Ich würde immer wieder hingehen :)"
Kindern die Trennung erklären: Wie finden wir die richtigen Worte?
Die Frage, wie Sie ihren Kindern die Trennung erklären, brennt vielen Eltern auf der Seele. Es gibt hierfür nicht den einen, perfekten Plan, aber es gibt einen einfachen Kompass, den Sie anwenden können:
Ehrlich, altersgerecht und gemeinsam
Sprechen Sie, wenn möglich, gemeinsam mit den Kindern. Es geht nicht darum, Details

der Trennung preiszugeben oder Schuldige zu benennen. Sätze wie: „Mama und Papa haben gemerkt, dass wir nicht mehr als Liebespaar zusammen wohnen können. Aber wir lieben euch und bleiben immer eure Eltern“, nehmen schon den ersten Druck vom Kind.
Achten Sie auf die Bedürfnisse der Kleinen. Während ein 4-Jähriger die Trennung vor allem über konkrete Fragen begreift („Wer bringt mich morgen in die Kita?“), brauchen Teenager eher Raum für ihren Ärger. Jedes Kind reagiert anders: mit Rückzug, plötzlicher Anhänglichkeit oder Aggression. Das ist normal. Das Kindeswohl bei Trennung und Scheidung gewährleisten Sie am besten, indem Sie diese Gefühle einfach da sein lassen.
Eltern bleiben nach der Trennung
Wir alle tragen einen Rucksack mit uns herum, geprägt durch unsere eigene Kindheit, unsere Erfahrungen und das, was wir im Leben gelernt haben. In Stresssituationen greifen wir fast automatisch auf diese alten Muster zurück. Sie kosten zwar weniger Energie, können uns und unser Umfeld aber in Konflikten massiv schaden.
Das Ziel einer nachhaltigen Begleitung ist es, dass Sie gute Eltern trotz Trennung bleiben können. Dafür müssen Sie nicht immer einer Meinung sein. Viel wichtiger ist das gegenseitige Verständnis zwischen Ihnen als Eltern, etwa wie:
„Ach so, so geht es dir damit.“
„Das ist dir also wichtig für die Kinder.“
„Jetzt verstehe ich besser, was du meinst.“
Schon kleine Momente echten Verstehens können Türen öffnen und den Blick aufeinander verändern.
Denn hinter jedem bitteren Vorwurf, wie dem klassischen Streit über fünf Minuten Verspätung bei der Kindesübergabe, steckt fast immer ein ungesehenes Bedürfnis, etwa nach Verlässlichkeit, Respekt für die eigene Zeit oder schlicht nach Sicherheit. Solange wir nur auf dieser sichtbaren Verhaltensebene aufeinander prallen, verhärten sich die Fronten; übersetzen wir den Vorwurf jedoch in das dahinterliegende Bedürfnis, verliert der Konflikt seine destruktive Energie.
In meiner Beratung nutzen wir genau diesen Perspektivenwechsel, um die unsichtbaren Motive unter der Oberfläche sichtbar zu machen und den Weg für friedliche Absprachen zu ebnen.
Mein Angebot in Hannover
Vielleicht merken Sie, dass Sie Unterstützung brauchen, aber der Schritt in eine klassische Mediation im Sinne des Mediationsgesetzes fühlt sich momentan noch zu groß oder unpassend an. Manchmal braucht es einfach zuerst einen geschützten Rahmen, um Kommunikation überhaupt wieder verständlich und konstruktiv werden zu lassen.
Deshalb biete ich in meiner Praxis in Hannover neben der klassischen Mediation auch moderierte Gespräche, Kommunikationscoaching und Gesprächsanalysen für Privatpersonen und Eltern in Trennung an.
Aus einer neutralen Beobachterperspektive unterstütze ich Sie dabei:
Kommunikationsmuster sichtbar zu machen und festgefahrene Schleifen zu unterbrechen.
Missverständnisse und verdeckte Dynamiken frühzeitig zu erkennen.
Triggerpunkte und Verletzungen zu reflektieren, die hinter Vorwürfen stehen.
Neue, wertschätzende Gesprächswege zu entwickeln, die Verbindung schaffen statt Widerstand.
Mein Ansatz verbindet Elemente aus der Mediation, dem systemischen Coaching und dem Achtsamkeitstraining. Es geht niemals darum, Schuld zuzuweisen, sondern Menschen dabei zu unterstützen, wieder in einen klareren, respektvolleren und friedlicheren Austausch zu finden – für sich selbst und für die Kinder.
Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen
Sie können mir Ihre Situation zunächst ganz in Ruhe allein in einem Einzelgespräch schildern, oder Sie kommen gemeinsam mit Ihrem (Ex-)Partner zu mir.
Wenn Sie Fragen haben, Unterstützung bei den ersten Schritten bei einer Trennung mit Kindern suchen oder sich unverbindlich über eine Trennungsmediation/ Moderierte Gesprächsbegleitung informieren möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht oder Ihren Anruf.
Wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden und Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, Kontakt mit mir aufzunehmen. Das telefonische Erstgespräch ist kostenlos.
Quellenangaben:
Entleitner-Phleps, Christine / Langmeyer, Alexandra / Lux, Ulrike: Als Familie verbunden bleiben – trotz Trennung, hrsg. v. Deutschen Jugendinstitut (DJI), o. D., URL: https://www.dji.de/themen/trennungskinder/als-familie-verbunden-bleiben.html (Besucht am 27.05.2026).
Titelfoto von Vitolda Klein auf Unsplash
Foto von Anna Shvets auf Pexels

Zertifizierte Mediatorin und Mitglied im Bundesverband MEDIATION e.V.
Zertifizierter Systemischer Coach
Zertifizierte Achtsamkeitstrainerin
Auf der Suche nach mehr Harmonie im Leben wurde mir früh bewusst, wie sehr Missverständnisse und ungelöste Konflikte das Miteinander belasten können. Mit Feingefühl und einem klaren Blick für Zusammenhänge konnte ich in meinem Umfeld oft dabei helfen, Lösungen oder faire Kompromisse zu finden. Aus dieser Leidenschaft wurde mein Beruf. Heute unterstütze ich Menschen dabei, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen und Lösungen zu finden – empathisch, neutral und lösungsorientiert.










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